Spielend das Gehirn trainieren

Computerspiele, die taktisches Denken und schnelles Agieren vom Nutzer fordern, haben einen positiven Effekt auf die mentalen Leistungen. Das ging aus einer Studie der „University of Rochester“ hervor, an der Studenten im Alter von 18 – 23 Jahren teilnahmen.

Tätigkeiten, die Geschick und Konzentration verlangen, steigern unser geistiges Leistungsvermögen. Dementsprechend wäre es verwunderlich, wenn dies bei Computerspielen nicht der Fall wäre. Die Neurowissenschaftlerinnen Daphe Bavelier und Shawn Green wollten Genaueres wissen: Sie verglichen die Fähigkeiten von jungen Computerspielern mit Gleichaltrigen, die eher seltener oder gar nicht zum Joystick greifen.

Die Forscherinnen testeten vor allem die Aufmerksamkeitskapazität der Testpersonen durch vier verschiedene Übungen. Beispielsweise zeigten sie den Studienteilnehmern auf einem Bildschirm 50 Millisekunden lang eine bestimmte Anzahl an Quadraten. Danach sollten die Probanden angeben, wie viele Quadrate zu sehen waren. Wie erwartet schnitten die Computerspieler bei allen vier Übungen signifikant besser ab als die Nicht-Computerspieler.

Genügt nun eine Runde Tetris täglich, um die kognitiven Leistungen zu verbessern? Nein, so einfach ist es nun auch wieder nicht. Die Studie weist darauf hin, dass es beim Training entscheidend ist, dass das Gehirn unterschiedlichen Reizen ausgesetzt wird, gezwungen ist, unter Zeitdruck zu arbeiten und schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen. Ansonsten kann kein nennenswerter Lerneffekt hervorgerufen werden. Sein Gehirn zu trainieren bedeutet also, sich mit den richtigen spielerischen Übungen auseinanderzusetzen, die vor allem kontinuierlich neue Herausforderungen bieten.

Die Studie zeigt vor allem, dass kognitiven Fähigkeiten wie visuelle Wahrnehmung und Aufmerksamkeit gezielt durch den Menschen trainiert werden können. Gut zu wissen, denn im Alltag und der Arbeit gilt es doch häufig, sich auf viele Dinge gleichzeitig zu konzentrieren. Warum dem Gehirn also nicht „spielend“ auf die Sprünge helfen?

Quellen: