Gehirntraining verbessert das Arbeitsgedächtnis

Vergesslichkeit und Unkonzentriertheit sind oft die Folgen eines schlechten Arbeitsgedächtnisses. Wer hat sich nicht schon mal im Arbeitsalltag von Kleinigkeiten ablenken lassen oder vergessen, den Haustürschlüssel einzustecken? Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung konnten nun aufzeigen, dass es möglich ist, seinem Arbeitsgedächtnis systematisch auf die Sprünge zu helfen. An der breit angelegten Studie nahmen mehr als 200 Personen verschiedenen Alters teil.

Das Arbeitsgedächtnis sorgt dafür, dass wir uns Dinge und Informationen über einen bestimmten Zeitraum merken können. So unterstützt es uns bei vielen alltäglichen Aktivitäten, sei es nun lesen und rechnen oder das Erinnern an Namen und Anweisungen. Auch beim Lernen oder dem Lösen von Problemen greifen wir auf den „Gehirnspeicher“ zurück. Das Arbeitsgedächtnis wirkt sich außerdem auf die Konzentrationsfähigkeit aus: Personen mit einem schwach entwickelten Arbeitsgedächtnis sind dementsprechend oft unaufmerksam, zerstreut und lassen sich leicht ablenken.

Ulman Lindenberger und seine Kollegen Florian Schmiedek und Martin Lövdén vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung wollten ergründen, ob die Leistung des Arbeitsgedächtnisses gesteigert werden kann. Für ihre Studie rekrutierten sie 101 Erwachsene im Alter von 20 bis 31 Jahren sowie 103 Personen im Alter von 65 bis 80 Jahren.

Über einen Zeitraum von 100 Tagen lösten die Probanden zwei bis dreimal pro Woche verschiedene Trainingsaufgaben am Computer. Eine Sitzung dauerte jeweils eine Stunde und beinhaltete Übungen, in denen verschiedene kognitive Fähigkeiten gezielt geschult wurden. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben passte sich dabei den individuellen Leistungen der Teilnehmer an.

Vor und nach den Sitzungen untersuchten die Wissenschaftler die Gehirne der Studienteilnehmer unter anderem mit MRT-Aufnahmen. Schon vor Abschluss des Trainingsprogramms zeigte sich, dass sich das Arbeitsgedächtnis aller Probanden signifikant verbessert hatte.

Lindenberger und seine Kollegen konnten mit ihrer Studie unzweifelhaft verdeutlichen, dass es möglich ist, sein Arbeitsgedächtnis zu trainieren. Dabei spielt das Alter keine Rolle. Jeder kann durch regelmäßiges Gehirntraining Zerstreutheit und Vergesslichkeit im Alltag und Beruf entgegenwirken.

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